Stellungnahme HEP

Stellungnahme zum Hochschulentwicklungsplan

Der HEP sieht vor vier Wissenschaftsräume zu schaffen. Diese vier Wissenschaftsräume sind Dresden, Leipzig, Freiberg und Chemnitz. Im Wissenschaftsraum Chemnitz und Region sollen sich die Hochschulen Zwickau, Mittweida und die Universität Chemnitz befinden.

Das SMWK fordert mehr Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen Zwickau und Mittweida und den Universitäten Chemnitz und Freiberg, um ihre Studienangebote in den Fächern Maschinenbau und Elektrotechnik besser ab zu stimmen, zu koordinieren und die vorhandenen Kapazitäten besser auszunutzen. „Das SMWK erwartet von beiden Fachhochschulen, […]dass sie sich in diesem Bereich auf einen Studienabschluss einigen, um Mobilitätshürden abzubauen“. Außerdem erwartet das SMWK, dass die Studierenden im Bachelorbereich bzw. Grundstudium die Möglichkeiten bekommen „besondere Kompetenzen und Ausstattungen von der jeweiligen Hochschulen zu profitieren.“

Der StuRa Zwickau sieht dies allerdings kritisch, denn durch eine Umstellung auf Bachelor, ist davon auszugehen, dass die Studienangebote unattraktiv für potenzielle Studierende werden. Durch die Modularisierung der Diplomstudiengänge, in Zwickau, ist schon jetzt eine Möglichkeit geschaffen worden durch Schwerpunktmodule die Kompetenzen und Ausstattungen zu nutzen. Außerdem ist damit die Mobilitätshürde weitgehen abgebaut, die nur durch eine grundlegende Überarbeitung des Bologna-Prozesses wirklich verbessert werden kann.

Weiterhin sieht der StuRa Zwickau es als kritisch an, dass sich nicht alle Hochschulen und Universitäten aufeinander abstimmen, da damit die Mobilität gefährdet ist.



Architektur

Der Studiengang Architektur soll auslaufen und nur noch an der HTW Dresden und der HTWK Leipzig angeboten werden. Entsprechend werden die Kapazitäten am Standort Reichenbach heruntergefahren. Der StuRa verurteilt das Vorgehen des SMWK auf das schärfste, da die Architektur-Ausbildung in Reichenbach in der Wirtschaft sehr hoch angesehen ist. Daher hätten wir es begrüßt, wenn die Architektur komplett nach Reichenbach gezogen wäre.



Textil- und Ledertechnik

Die Zukunft der TLT in Reichenbach ist noch ungewiss. Über den Verbleib am Standort Reichenbach wird das SMWK in Zusammenarbeit mit der Hochschulführung entscheiden. Wir fordern, dass die TLT am Standort Reichenbach verbleibt. Wenn allerdings entschieden wird, dass die TLT nach Zwickau verlagert wird, muss eine durchgehende optimale Betreuung der Studierenden gewährleistet werden. Diese fachliche Betreuung bedarf geeigneter Professoren und Mitarbeiter, außerdem darf es bei der technischen Ausstattung (Maschinenpark) keine qualitativen und quantitativen Einschnitte geben.


Studentenrat

aktuelle Infos

Ministerin in Zwickau

Am 7. Juli 2010 hatten wir hohen Besuch – die Ministerin für Wissenschaft und Kunst Prof. Dr. Dr. Sabine Freifrau von Schorlemer (parteilos) war an der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Die Tagesordnung war straff organisiert. Zuerst (15:30 Uhr) traf sich das Rektorat mit der Staatsministerin und diskutierte über hochschulinterne Themen. Danach wurde ihr das Labor für Kraftfahrzeugelektronik und Elektromobilität vorgestellt, wobei sich auch die Fakultäten Elektrotechnik und Kraftfahrzeugtechnik im Anschluss präsentiert haben. 17:30 Uhr ging es in die Bibliothek am Ring. Da stellten die Fakultäten Angewandte Kunst Schneeberg und Architektur Reichenbach Arbeiten von Studierenden vor. Die Betonung der Professorinnen lag auch auf der Wichtigkeit der beiden Standorte. Geplant war 18 Uhr das Gespräch mit dem Studentenrat. Leider war dieser Termin nicht zu halten, da sich die vorherigen Tagesordnungspunkte etwas in die Länge gezogen hatten. Effektiv blieb also nur eine Viertelstunde, denn die Staatsministerin musste sich pünktlich 18:30 Uhr verabschieden. Das reichte gerade mal für 2 Themen. Die Liste war viel länger… Als erstes wichtiges Thema wurde die familiengerechte Hochschule angesprochen. Der StuRa wollte unbedingt auf die Wichtigkeit dieses Standortvorteils hinweisen und erfahren, was Frau von Schorlemer darüber denkt. Wir stellten die Forderung nach einer Stelle einer/eines Familienbeauftragten bzw. eines entsprechenden Budgets auf. Leider wurde dies sofort abgeblockt, da „kein Geld vorhanden“ wäre, um sowohl eine Stelle als auch ein Budget zu schaffen. Im Gegenteil der Trend geht eher in die Richtung Stellenabbau! Das zweite Thema war Finanzierung der Studentenwerke. Dem Studentenwerk werden die Mittel gekürzt. Das heißt, das Mensaessen könnte teurer werden, die Wohnheimplätze könnten sich dezimieren und einige andere Nachteile in der Qualität des Studierendenlebens könnten sich ergeben. Das ist eben nicht hinzunehmen. Allerdings setzte sich Frau von Schorlemer für eine bessere Finanzierung ein. Doch die Kassen sind eben in Sachsen leer. Es werden lieber Kredite abgezahlt als in die Bildung investiert. Auch deswegen gingen die Studierenden am 16.06.2010 in Dresden auf die Straße. Leider fanden sich aus Zwickau nur eine Hand voll engagierte Studierende, die sich dagegen auflehnten.

Nachdem uns die Staatsministerin 18:30 Uhr verließ, war nur noch ihr Sekretär Herr Jaekel anwesend. Ihm teilten wir u.a. die Probleme beim Bologna-Prozess mit.

Das Gespräch ist gelaufen, aber der StuRa bleibt dran. Wir werden uns weiterhin für eure Belange einsetzen und euch immer auf den aktuellen Stand der Dinge halten.

Studentenrat


Bildung ist MEHR WERT
Wer heute kürzt, zahlt morgen drauf!

Unter diesem Motto fand am 16.06.2010 eine Demonstration von Studierenden in Dresden statt. Der Aufruf ging aber nicht nur an die Hochschulen in Sachsen, sondern an alle sozialen, kulturellen und bildenden Einrichtungen im ganzen Freistaat. Auf die Straße gingen wieder Tausende aus dem gesamten Freistaat, die gegen die anstehenden Milliardenkürzungen im Landeshaushalt protestierten.

Der Studentenrat der Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) hat sich an den Kundgebungen beteiligen und rief alle Studierenden und engagierten Bürgerinnen und Bürgern auf, sich gegen den Kahlschlag in Bildung und Lebensqualität zu erheben. Mit Sonderzügen aus Zwickau-Chemnitz-Freiberg und Leipzig reisten 4000 Studierende an und waren mit Plakaten und Transparenten bewaffnet. Ob die Landesregierung sich auf Kompromisse zukünftig einlässt, steht aber noch in den Sternen.

Aber auch in Zwickau wird der Rotstift angesetzt. So stehen neben den Kürzungen im Bereich kindlicher Frühförderung auch die Semesterbeitragsrückerstattungen der Studierenden auf dem Prüfstand. Studierende, die ihren Hauptwohnsitz in Zwickau haben, hatten in der Vergangenheit den halbjährlich fälligen Semesterbeitrag (zurzeit 103 Euro) von Zwickau auf Antrag zurück erhalten. Dies ist allerdings kein Verlustgeschäft für die Stadt, denn diese kassiert ca. 1000 Euro pro Einwohner an Zuweisungen. Würde dieses Geld nicht zurück erstattet werden, gehen dem Einzelhandel, Gastronomie und weiteren städtischen Einrichtungen immerhin eine halbe Million Euro durch die Lappen. Da auch ca. 2/3 aller Studierenden kein BAföG erhalten und auf jede finanzielle Unterstützung angewiesen sind, um sich Wohnung, Nahrungsmittel und Lehrmittel leisten zu können, kann es nicht im Interesse des Stadtrates sein, diese jungen Menschen aus Zwickau zu vergraulen. Denn es werden sich, schon aus Protest, Studierende in eine Stadt oder Gemeinde ummelden, die den Semesterbeitrag zurück erstattet, oder wie früher üblich nur den Zweitwohnsitz anmelden. Durch die Rückerstattung kam es in Zwickau zu einem deutlichen Zuzug im Hauptwohnsitzbereich, dessen Verlust man dann mit allen finanziellen Einbußen in Kauf nehmen muss. Damit entgeht Zwickau auch noch die Pro-Kopf-Zuweisung vom Land, was ein weiteres Loch in die doch ohnehin schon leeren Kassen der Stadt reißen würde.

Der Studentenrat der WHZ und die Juso-Hochschulgruppe haben daher einen Aufruf an die Abgeordneten des Stadtrates gestartet, die Semesterbeiträge weiterhin voll zurückzuerstatten. Die Unterstützer konnten sich bis 17.06.2010 im Büro des Studentenrates melden und unterschreiben.

Am 24.06.2010 wird dann der Stadtrat über die Sparpläne beschließen. Wir hoffen auf die Weitsicht aller Fraktionen und bitten um die Unterstützung durch die Zwickauer Bürgerinnen und Bürger.

Studentenrat der WHZ & Juso-Hochschulgruppe


Evaluation

Was ist das und wie funktioniert es?

Evaluation heißt eigentlich nur Bewertung. Im Falle der Hochschule bedeutet das die Bewertung der Lehrveranstaltungen. Zu jeder Lehrveranstaltung, die ihr besucht, bekommt ihr am Ende des Semesters eine Mail von „Eleva“ oder auch ein original Papierfragebogen ausgehändigt. Füllt das aus und helft mit die Lehrbedingungen zu verbessern.

Warum ihr das machen solltet?

Ihr könnt mit der Evaluation viel erreichen. Professoren sind auch nur Menschen, die sich teilweise über Jahre schlechte Angewohnheiten angeeignet haben. Die meisten Studierenden würden ihrem Lehrenden aber nie ins Gesicht sagen, dass dessen Vorlesungsmethoden nicht dem entsprechen, was Studierende für angemessen halten ist. Der Hinweis für die Lehrenden ist natürlich von jedem Studierenden subjektiv abhängig, aber einige Professoren haben sich die Kritik schon angenommen. Es muss ihnen nur einmal gesagt werden.

Kurzer Hinweis zum Ausfüllen:

Beantwortet die Fragen nach bestem Wissen und Gewissen, aber keiner zwingt euch die Fragebögen auszufüllen. Wenn ihr das tut, sind alle Angaben anonym und nicht auf euch zurückzuführen. Also keine Angst vor Bösartigkeiten der Evaluierten.

Die Anzahl der Semesterwochenstunden, die ihr im Selbststudium für das Modul aufwendet, sind auf das GESAMTE Semester inkl. Prüfungsvorbereitung zu sehen. Wer sich nicht sicher ist, wie viel Zeit er für das Fach aufwendet, und das Feld frei lässt, wird bemerken, dass dort eine 0 erscheint. Das ist natürlich unrealistisch… denn mindestens kurz vor den Prüfungen beginnt jeder Studierende mal mit „lernen“. Wenn ihr in eure Modulbeschreibung seht, werdet ihr feststellen, wie viele Stunden im Selbststudium für dieses Modul veranschlagt sind und könnt selbst nachrechnen, ob die Zahl realistisch ist.

Am Ende könnt ihr noch die Lehrveranstaltung kommentieren. Es ist dabei gewinnbringend, wenn konstruktive Vorschläge und nützliche Kritiken eingebracht werden. Sinnlosigkeiten werden nicht berücksichtigt und schaden nur dem allgemeinen Ansehen der Studierendenschaft.

Rechte der Studierenden: Ihr habt das Recht, dass die Professoren mit euch eine Auswertung der Evaluation machen. Dafür unterschreiben die Professoren! Es wird von keinem Professor verlangt, dass er die gesamte Auswertung den Studierenden präsentiert (Datenschutz), aber wenigstens der Hinweis, dass die Lehrveranstaltung evaluiert wurde, muss erfolgen. Wenn nicht, habt ihr ein Beschwerderecht. Die Beschwerde könnt ihr an euren Studiendekan richten oder an den Evaluationsbeauftragten der Fakultät.

Wenn ihr Fragen zum Ausfüllen oder allgemein zum Verfahren habt, dann meldet euch bei eurem Fachschaftsrat, Studentenrat oder beim Studiendekan bzw. Evaluierungsbeauftragten.


Urlaubssemester gefällig…

Warum?
finanzielle Probleme, Betreuung von Angehörigen
Dauer?
Maximal 2 Semester; aus besonderen Gründen auch bis zu 4 Semester
Wie?
Antrag an das Dezernat für Studienangelegenheiten
Kosten?
erstmal Semesterbeitrag (wenn dann im Urlaubssemester keine Studienleistung in Anspruch genommen wurde, sprich keine Prüfung geschrieben wurde, wird der Studentenrat und das Studentenwerk den jeweiligen Betrag auf Antrag – gibt es im StuRa, StuWe und Dezernat für Studienangelegenheiten – zurückerstatten)
Grundlage?


§ 20 SächsHSG

Achtung! Formular unter fh-zwickau.de / Studenten / Formulare für Studenten nutzen


Wiederholungsprüfung

Warum? zweites Mal bei einer Prüfung durchgefallen
Wie? Schriftlicher Antrag (keine Mail!) an den Prüfungsausschuss
Grundlage? § 35 Abs.4 Satz 3 Halbsatz 2 SächsHSG



Achtung! Frist von 4 Wochen beachten (beginnt ab Veröffentlichung der Note zu laufen, d.h. mit Erhalt des Schreibens vom DSTA in dem steht, dass die Prüfung nicht bestanden wurde)


Streikforderungen

Vom 8. bis 10.12.2009 fanden in der Westsächsischen Hochschule Streikaktionen statt. Während dieser Tage waren die Studierenden nicht untätig, sondern haben sich in Workshops zusammen gefunden, um über die Probleme an der Hochschule zu diskutieren. Ergebnis waren verschiedenste Forderungslisten. Der Studentenrat hat diese Forderungslisten gesammelt und sortiert. Die Forderungen werden nacheinander in Angriff genommen. Leider kann nicht jeder Wunsch erfüllt werden. Es fanden sich aber mancherlei gute Idee und Ansatz, mit denen gearbeitet werden kann.

Die einzelnen Fachschaftsräte und der Studentenrat nehmen diese Aufgabe sehr ernst. Auch wenn die Listen noch nicht alle abgearbeitet sind, können wir euch sagen, dass sich schon einiges gedreht hat. Wir werden weiterhin für die Rechte der Studierenden und allen nachfolgenden Generationen kämpfen. Vielen Dank für euer Vertrauen.


Bachelor studieren heißt: zum Scheitern verurteilt sein

Warum deutsche Studierende dem Bologna-Prozess den Prozess machen wollen.

Der europäische Bologna-Prozess hat 3 wesentliche Ziele:

- die Zahl des Hochschulnachwuchses zu erhöhen
- die Mobilität der Studierenden zu erhöhen
- Qualität der Forschung und Lehre zu sichern.

Im Einzelnen heißt das beispielsweise, dass die gleichen Studiengänge vergleichbar gemacht werden, der Wechsel von Studierenden zu anderen Hochschulen vereinfacht wird und dass sich die Vorlesungsqualitäten der Professoren erhöht. Bologna sagt nicht: führt Bachelor/Master ein. Als Vergleich: 70 % von 43 europäischen Ländern haben kein Bachelor-Master-System. Deutschland ist das einzige Land, welches so drastische Bildungsreformen eingeführt hat. Genauer gesagt war es die KMK, die - ohne auch nur ansatzweise über die Folgen nach zu denken - den Hochschulen die Richtlinie zur Umstrukturierung diktierte. Im Übrigen haben wir der KMK auch die neue Rechtschreibregelung zu verdanken, mit der jetzt 2 bis 3 Möglichkeiten entstanden sind, ein einziges Wort „richtig“ zu schreiben. Dabei bezeichnet die KMK Bologna nicht als in Deutschland gescheitert, sondern sieht das Ganze als dynamischen Entwicklungsprozess. Der betreffende Studierende spricht gern auch von Totalreparatur. Es besteht mittlerweile aber in einigen Punkten Einigkeit: es gibt Verbesserungsbedarf. Auch bei unserem Streik an der WHZ wurde das deutlich.

Am 4. März 2010 fand zum Thema Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses im Freistaat Sachsen ein Workshop im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst statt. Hier wurden durch verschiedene Vertreter vom Ministerium, Hochschulverwaltung und Studentenschaft Probleme der Bildungsreform aufgezählt und auch Verbesserungsvorschläge eingereicht. Vieles, was zum Streik im Dezember 2009 an Problemen angeführt wurde, fand hier Gehör.

Die Liste der Kritikpunkte war lang. Deshalb nur ein paar wichtige Anstriche, die in der Runde besprochen wurden:
die Zahl der Abbrecher hat sich mit Einführung von Bachelor massiv erhöht,
die Zahl der Prüfungsleistungen ist nach oben gegangen,
der Arbeitsaufwand stieg in manchen Studiengängen stark an,
das Studium ist noch zu unflexibler als vorher,
die Anerkennung von abgelegten Modulprüfungen ist an den verschiedenen Hochschulen komplett unterschiedlich,
die Studieninhalte sind ungewiss und schlecht geplant (u.a. auch Bachelor-Master Kombination).

Erschwerend kommen Randerscheinungen hinzu, die ebenso das Leben eines Studierenden belasten:
die Studienfinanzierung ist ungewiss (nur 1/3 der Studierenden bekommen überhaut BAföG, zum Arbeiten bleibt keine Zeit, die Eltern stoßen dabei an ihre finanziellen Grenzen),
die Kapazitätsauslastung beispielsweise der Mensen, Wohnheimplätze, Sitzplätze in den Vorlesungen und letztlich auch der Professoren und Mitarbeiter gerät an ihre Grenzen (es werden so viel wie möglich Studienanfänger geworben, um die Zahl der Absolventen, die der Arbeitsmarkt zukünftig dringend benötigt, gerecht zu werden),
Menschen mit Einschränkungen, seien es junge Familien, Studierende aus dem 2. Bildungsweg oder körperlich/geistig Behinderte können das Lernpensum oftmals nicht schaffen,
Persönlichkeitsbildung bleibt verwehrt (keine Zeit zum Nachdenken, zu wenig Freizeit zum Entspannen, am kulturellen und sozialen Leben kann nicht mehr in dem Maße teilgenommen werden),
Studierende leiden an psychischen Erkrankungen wie Burn-Out und
am Ende kann die Regelstudienzeit einfach nicht eingehalten werden.

Was bleibt ist eine Baustelle, die an allen Ecken und Enden bearbeitet wird. Es muss ein weitsichtigeres Denken und klares Verantwortungsgefühl aller einsetzen, um zukünftig Randprobleme zu vermeiden.

Die Regierung muss sich z.B. über die Finanzierung klar werden. Dafür stehen in 2010 2 Millionen € zusätzlich zur Verfügung, was auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Beschämend für Deutschland ist, dass wir im europäischen Vergleich mit am Wenigsten für Bildung ausgeben.

Das Ministerium muss die Rechtsaufsicht über die Hochschulen besser wahrnehmen und auf die Einhaltung bestimmter Verfahrensrichtlinien beharren, aber auch rechtzeitig sicher über alle Änderungen informieren.

Die Hochschulen sind gefordert ihrer Autonomie gerecht zu werden und eigenständig verträgliche, dauerhafte sichere Lösungen zu finden. Dabei kann mit sogenannten „Musterordnungen“ für die Fakultäten geholfen werden, aber diese Musterordnungen sind keine Rahmenbedingungen, die die Fakultäten einhalten müssen. Dies wäre rechtswidrig.

Die einzelnen Fakultäten sind noch mehr in der Pflicht so schnell wie möglich überaus exakt Lösungen für einzelne studiengangsbezogene Unstimmigkeiten zu finden. Hier sind explizit die Studienkommissionen gefragt. Diese müssen unbedingt tagen und können auch von den studentischen Mitgliedern einberufen werden. Die Studienordnungen sind so zu gestalten, dass der Studiengang danach in der Regelstudienzeit studierbar ist. Es kann nicht sein, dass im letzten Studiensemester Prüfungsleistungen am Ende des Semesters verlangt werden, was dazu führt, dass das Bachelorprojekt nicht angemeldet werden kann und somit automatisch ein Semester mehr studiert werden muss. Auch was die Länge der Studiengänge angeht, sind Änderungen denkbar. Es könnten 7 semestrige Bachelor mit 3 Semestrigen Mastern (zusammen dürfen in einer Fakultät Bachelor mit Master 10 Semester nicht überschreiten) eingeführt werden. Sogar die Wiedereinführung modularisierter Diplomstudiengänge ist wieder möglich. Ein interessantes Modell wäre auch: 6 Semester = Bachelor + 1 Semester = Diplom + 1 Semester = Master. Leider hängt es hier an der Finanzierung, da spätestens nach dem Diplom kein BAföG-Anspruch mehr vorhanden wäre.

Zum Schluss noch ein paar Worte an die Adresse der Wirtschaft zwecks Anerkennung von Bachelor: Wer einen Bachelor-Abschluss hat, ist mehr als alle anderen stresserprobt. Die Inhalte der verschiedenen Lehrveranstaltungen haben sich oftmals nicht geändert. Alles muss der Studierende in kürzerer Zeit mit höherem Druck und unter persönlichen Entbehrungen schaffen. Und wie so schön gesagt wird: „Unter Druck entstehen Diamanten“.

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